Das Museum im Renaissanceschloss (im Bild rechts oben) zu Frauenstein (Erzgebirge) wurde am 14. Januar 1983, dem 300. Geburtstag des Orgelbaumeisters, eröffnet. Grundlage ist die Forschungs- und Sammlungstätigkeit von Werner Müller (1924-1999)), der als erster eine Biographie Gottfried Silbermanns erarbeitete. Er erkannte von Anfang an, dass Gottfried Silbermann eine weit überregionale Bedeutung hat und trug im Laufe vieler Jahre Dokumente und Erinnerungsstücke zusammen. Zu Beginn der achtziger Jahre begann man das ehemalige Heimatmuseum zu einem speziellen "Gottfried-Silbermann-Museum" umzugestalten.
Ausschlaggebend waren folgende Tatsachen:
1. Gottfried Silbermann gehörte zu den bedeutendsten Orgelbauern Europas im 18. Jahrhundert.
2. Frauenstein war die Heimatstadt des Meisters.
3. Um ihm ein Museum zu widmen bzw. sein Leben und Werk darzustellen, waren genügend
Exponate vorhanden.
4. Ein Museum für einen Orgelbauer gab es bisher noch nicht.
Im letzten Punkt liegt wohl auch die besondere Bedeutung des "Gottfried-Silbermann-Museums",
weil es sozusagen - mindestens für Deutschland - eine Einmaligkeit darstellt.
Im Foyer des Schlosses wird Gottfried Silbermanns Lebenswerk dokumentiert und zwar in
Gestalt von Großfotos aller noch vorhandenen Orgeln. Und das sind immerhin
einunddreißig. Die Bedeutung des Museums liegt vor allem in der Vielzahl von Originalen, die Silbermanns Wirken betreffen. Fast alle sind von einmaligem Wert. Ein Dokument von 1748 trägt des berühmten Meisters Unterschrift nebst seinem Siegel.
Gottfried Silbermann besuchte die Frauensteiner Stadtschule. Sein damaliger Lehrer, Christian
Leipoldt, ist mit einer originalen Besoldungsquittung "vertreten". Seine unmittelbare persönliche Verbindung zu seiner Heimatstadt wird durch die Originalakte über seinen ersten Orgelbau von 1710/11 und den Bauvertragsentwurf von 1734 für ein zweites Werk belegt.
Von großer Bedeutung und hohem Wert sind originale Druckschriften, die Gottfried Silbermann zur Weihe einiger Orgeln gewidmet wurden. Hinzu kommen einzelne Orgelteile, z.B.
Manualtasten einer nicht mehr existierenden Silbermann-Orgel.
Nicht weniger bedeutungsvoll ist das Museum durch seine Exponate. Hier ist an erster Stelle der
meisterhafte Nachbau einer kleinen Orgel Silbermanns zu nennen, so dass die Besucher
"Silbermannsche K1änge" erleben können, wozu die ausgezeichnete Raumakustik wesentlich beiträgt. Diese schöne Orgel kann auf einer Compact-Disc gehört werden. Es spielt der Frauensteiner Kantor und Organist Peter Kleinert.